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Full text of "10/2252 - Dioxin in 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure und Hexachlorophen"

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Deutscher Bundestag 
10. Wahlperiode 


Drucksache 10/2252 


06. 1 1 . 84 


Sachgebiet 212 


Kleine Anfrage 

des Abgeordneten Dr. Ehmke (Ettlingen) und der Fraktion DIE GRÜNEN 


Dioxin in 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure und Hexachlorophen 


Wir fragen die Bundesregierung: 

I. 2,4,5-T-Säure 

In der Bundesrepublik Deutschland ist der Einsatz von 2,4,5- 

Trichlorphenoxyessigsäure mit einem maximalen Gehalt an 

2 f 3 f 7 r 8-TCDD von 5 ppb gestattet. Im Frühjahr 1983 stellten die 

europäischen Hersteller, C. H. Boehringer Sohn und Chemie Linz, 

die Produktion dieses Unkrautbekämpfungsmittels ein. 

1. In welchem Umfang wurden bisher Proben 2,4,5-T-haltiger 
Stoffe im Auftrag der für die Überwachung des Höchstwertes 
zuständigen Bundesanstalt auf 2,3,7,8-TCDD analysiert? 

2. Wie viele der untersuchten Proben enthielten 2,3,7,8-TCDD 
unterhalb des Grenzwertes? 

3. Wurden im Auftrag der zuständigen Bundesanstalt auch 2,4,5- 
T-Proben analysiert, die nicht aus der Produktion der Firma 
Boehringer stammten? Wenn ja, mit welchem Ergebnis? 

4. Werden in der Bundesrepublik Deutschland zur Zeit 2,4,5-T- 
haltige Präparate verkauft, die 2,4,5-T von anderen Firmen als 
der Firma Boehringer enthalten? 

5. Wie wird die Einfuhr von 2,4,5-T-haltigen Produkten über- 
wacht? 

6. Welcher Dioxineintrag in die Umwelt ist nach Kenntnis der 
Bundesregierung aufgrund der noch vorhandenen Vorräte bei 
der Fa. Boehringer zu erwarten? 

7. Welche heutigen Produzenten von 2,4,5-T sind der Bundes- 
regierung bekannt? 

8. Welchen maximalen Gehalt an 2,3,7,8-TCDD enthalten die 
Produkte? 

II. Hexachlorophen 

Seit dem Seveso-Unglück 1976 ist öffentlich bekannt, daß 

Hexachlorophen aus 2,3,7,8-TCDD-haltigem 2,4,5-Trichlorphenol 



Drucksache 1 0/2252 


Deutscher Bundestag - 10. Wahlperiode 


hergestellt wird. Hexachlorophen (HCP) wird in zahlreichen 
Körperpflegemitteln, Kosmetika und Medikamenten verwendet. 


1. Welchen maximalen 2,3,7 r 8-TCDD-Gehalt dürfen HCP-hal- 
tige Gebrauchsartikel in der Bundesrepublik Deutschland 
aufweisen? 

2. Welchen maximalen Gehalt an 2,3,7,8-TCDD in HCP ent- 
halten die Produkte des Herstellers Givaudan? 

3. Welcher 2,3,7,8-TCDD-Gehalt in HCP wurde im Auftrag von 
Bundesbehörden ermittelt? 

4. Falls keine Messungen im Auftrag von Bundesbehörden 
durchgeführt wurden, in welchen Größenordnungen bewegt 
sich nach Kenntnis der Bundesregierung der 2,3,7,8-TCDD- 
Gehalt von in der Bundesrepublik Deutschland erhältlichem 
HCP? 

5. Kann die Bundesregierung die Angaben des Buchs „Dioxin - 
Die chemische Zeitbombe" von Th. Weidenbach u. a. bestäti- 
gen, wonach seit der Einstellung der französischen HCP- 
Herstellung durch die Firma Givaudan HCP unbekannter 
Qualität, möglicherweise aus Mexiko oder Indien, auf den 
bundesrepublikanischen Markt gelangt? 

6. Welche heutigen HCP-Hersteller sind der Bundesregierung 
bekannt? Welchen Gehalt an 2,3,7,8-TCDD, HCP und an- 
deren Verunreinigungen haben die in der Bundesrepubük 
Deutschland angebotenen Produkte dieser Hersteller? 

7. Wie schätzt die Bundesregierung den Nutzen von HCP z. B. in 
Babypuder, Intimsprays und Wundbehandlungsmitteln ein, 
und zwar im Vergleich zum gesundheitlichen Risiko bei der 
Anwendung? 

8. Wie hoch schätzt die Bundesregierung den Beitrag HCP- 
haltiger Präparate zur 2,3,7,8-TCDD-Belastung der Bundes- 
bevölkerung? 

9. Hält die Bundesregierung eine Kennzeichnungspflicht für 
HCP-haltige Produkte für notwendig? 

10. Warum wurde bisher kein generelles Verbot des Einsatzes 
von HCP ausgesprochen? 

11. Ein Transport 2,3,7,8-TCDD-haltiger Stoffe in jeglicher Kon- 
zentration ist u. a. nach den Gefahrgutverordnungen an eine 
Ausnahmegenehmigung gekoppelt, ausgenommen sind 
zugelassene Holz- und Pflanzenschutzmittel. Der Transport 
von HCP und HCP-haltigen Präparaten ist demnach von einer 
solchen Ausnahmegenehmigung abhängig. 

Inwieweit ist der Bundesregierung bekannt, ob derartige 
Genehmigungen erteilt worden sind? 

12. Stimmt die Bundesregierung mit der Ansicht der Fragesteller 
überein, daß das bisherige Verhalten der zuständigen Bun- 
desbehörden gegenüber dem Einsatz von HCP das all- 


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Deutscher Bundestag - 10. Wahlperiode 


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gemeine Niveau des Verbraucherschutzes in der Bundes- 
republik Deutschland widerspiegelt? 

Bonn, den 6. November 1984 

Dr. Ehmke (Ettlingen) 

Schoppe, Dr. Vollmer und Fraktion 



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